Haben Sie ausreichend Mut Konflikte durchzustehen?

Ein weiterer wichtiger Bereich an Ihrer Schule ist das Konfliktmanagement. Sowohl im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, Eltern, Schülerinnen und Schülern, als auch mit dem nichtlehrenden Personal.

Zuallererst muss man begreifen, dass Konflikte zur ganz normalen Schulentwicklung gehören.

Sie haben mit so vielen Menschen zu tun, die alle ihre eigenen Erfahrungen und Vorstellungen haben, die Schulrecht anders interpretieren als Sie, die ihre Pädagogik oder politische Grundüberzeugung über die gesetzlichen Vorschriften stellen. Da ist es nicht verwunderlich, dass ein erstaunlich großer Teil Ihrer Arbeit mit der Bewältigung von unterschiedlichsten Konflikten ausgefüllt ist. Aus diesem Grund sollten Sie sich ein Verhaltensmuster für die Bewältigung solcher Konflikte antrainieren, damit Sie nicht im Laufe der Jahre im Burn-Out landen.

Konflikte können ganz grundsätzlich nicht zwischen Tür und Angel gelöst werden.

Sie erfordern eine gründliche Analyse der Ursachen des Konfliktes. Dies beginnt mit genauem Zuhören und der Vermeidung von Schnellschüssen  bei der Beurteilung.

Sie sind zuallererst gefordert Konflikten nicht aus dem Weg zu gehen, Sie sind gefordert, Konflikte nicht nur nicht zu beschwichtigen und kleinzureden, sondern sie in einer angemessenen Form und in angemessener Zeit  zu behandeln.

Konflikte erfordern oft auch von Ihnen eine klare Positionierung, wenn Sie zu einer ausreichend fundierten und abgesichterten Beurteilung gefunden haben. Letzendlich erwarten alle von Ihnen, dass Sie in solchen Fällen Entscheidungen treffen. Das macht Ihr Profil maßgeblich in Ihrem Arbeitsfeld aus.

Geben Sie Konflikten den Raum, den diese Konflikte benötigen. Aber die Konfliktlösung darf Sie auch nicht permanent in Beschlag belegen. Das Verhältnis von Intensität und Wichtigkeit der Lösung eines Konfliktes muss in vertretbaren Maße zu dem zeitlichen Aufwand stehen.

 

Konflikte mit Lehrerinnen und Lehrern

Ein Arbeitsbereich vor dem sich viele Schulleitungen fürchten ist der  Konflikt mit dem eigenen Kollegium. Lehrerinnen und Lehrer hassen nichts mehr, als dass Eltern mit Beschwerden über sie zur Schulleitung laufen. Oft erwarten sie, dass die Schulleitung sich selbstverständlich vor sie stellt. Eine Erwartungshaltung, der Sie niemals nachgeben dürfen. In jedem Kollegium gibt es Lehrerinnen und Lehrer, die sich in angespannten Konfliktsituationen unangemessen verhalten. Das ist nachvollziehbar, aber machen Sie sich vor allen Dingen bewusst:

Sie sind sowohl Anwalt der Lehrerinnen und Lehrer, als auch Anwalt Ihrer Schülerinnen und Schüler. Beide Seiten erwarten von Ihnen Fairness und Unabhängigkeit. Also:

  • Bringen Sie in einer ruhigen Atmosphäre die Konfliktparteien zusammen!
  • Ihre Aufgabe ist es zuzuhören! Machen Sie sich ein Bild von dem Konflikt!
  • Schlagen Sie sich nie sofort auf eine Seite der Konfliktparteien!
  • Sie sind derjenige, der die Gesprächsführung inne hat und beansprucht!
  • Fragen Sie nach, ob die Konfliktparteien die Position ihres Gegenüber verstanden haben!
  • Versuchen Sie zu vermitteln. Vermitteln, nicht verniedlichen oder kleinreden!
  • Bei emotionsgeladener Gesprächsatmosphäre versachlichen Sie das Gespräch!

Wenn Sie sich ein Urteil nach ausreichendem Zuhören gebildet haben, bieten Sie einen Lösungsvorschlag an. Es ist aber notwendig, im Nachgang möglicherweise noch ein Dienstgespräch mit dem Kollegen / der Kollegin zu führen, falls das Lehrerverhalten gegen das Schulrecht verstoßen hat, bzw. auch gegen die pädagogischen Grundsätze der Schule. Es bietet sich manchmal auch an, ein Gespräch mit dem Schüler / der Schüler/in zu führen, die den Konflikt ausgelöst hat. Wenn Sie so in Konfliktlösungen erlebt werden, werden Sie zu einer gedeilichen Atmosphäre in Ihrem Arbeitsbereich in hohem Maße beitragen. Sie schaffen Vertrauen im Umgang miteinander.

 

Grundsätzlich gilt:

Es gibt kein Recht für Schülerinnen und Schüler, es gibt kein Recht für Lehrerinnen und Lehrer, es gibt kein Recht für Eltern, sondern das Schulrecht (Gesetze, Erlasse, Verfügungen etc.) gilt für alle Parteien gleichermaßen. Es haben sich alle daran zu halten!