Beförderunsämter im eigenen System, Fallstricke vermeiden!

Jede Schule hat im Rahmen des Stellenkegels immer mal wieder Beförderungsstellen (Kegelstellen) zu vergeben. Bei großen Schulen fällt dies häufiger an. Da Sie viele Kolleginnen und Kollegen haben, die von sich glauben, dass sie "endlich auch mal dran sind", entsteht schnell eine Konkurrenzsituation innerhalb Ihres Kollegiums, die manchmal aus dem Ruder laufen kann und die Atmosphäre sehr vergiften kann. Hier sind Sie mit einer klugen Strategie gefragt.

Wenn es eben möglich ist, vermeiden Sie es, Verlierer zu produzieren.

 

Da Schulleitungen selbst Gutachten für jede Berwerberin und jeden Bewerber auf eine solche Kegelstelle schreiben müssen, können Sie sich selbst entlasten, indem Sie ein Verfahren anstreben, in dem es wenn möglich nur eine Bewerbung gibt. Sie tun den entsprechenden Dezernenten der Bezirksregierungen damit ebenfalls einen riesigen Gefallen. Diese müssen nur eine Revision durchführen aus einer Gruppe von oft bis zu zehn möglichern Bewerberinnen und Bewerbern.

Wir sind in solchen Fällen folgendermaßen verfahren.

In einer Konferenz wurde bekanntgegeben, dass es für eine bestimmte Gruppe eine oder mehrere "Kegelstellen" für die Schule gibt. Alle, die für eine solche Stelle infrage kamen wurden zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen. In dieser kleinen Konferenz der möglichen Bewerber/innen haben wir ein gemeinsames Verfahren zur Besetzung solcher Stellen besprochen. Jeder sollte für sich auflisten, was sie oder er an Gründen sieht, jetzt endlich zum Zuge zu kommen. In diesem Gespräch haben wir es tatsächlich geschafft eine Reihenfolge zu vereinbaren, die nacheinander abgearbeitet werden sollte. Für erstaunlich war, dass in den Gesprächen eine erstaunliche Fairniss zutage kam. Viele Beiträge wurden respektvoll behandelt und angenommen. Ich habe den Beteiligten versichert, mich exakt auch an diese vereinbarte Reihenfolge zu halten. So konnten ich erreichen, dass es auf die meisten Kegelstellen nur eine Bewerbung gab.

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Eine Entlastung mit beachtlichen Ausmaßen:

Keine unnötigen Konkurrenz innerhalb des Kollegiums, kein Produzieren von "Verlierern" durch die Schulleitung, ein sehr reduzierter Aufwand für die zu besetzende Stelle durch nur eine Beurteilung die zu schreiben ist, eine sehr reduzierte Belastung der Dezernenten, die statt 10 Revisionen nur eine einzige zu bewältigen haben.

Eine letzte Anmerkung noch zu Beförderungen auf Funktionsstellen im eigenen System:

Machen Sie um jeden Preis das Bewerbungsverfahren transparent! Vermeiden Sie um jeden Preis den Eindruck, dass nur bestimmte Gruppierungen in Ihrem System für solche Beförderungen in Frage kommen. Entziehen Sie so der Gerüchteküche jede Grundlage, sonst gefährden Sie in erheblichen Maße das Vertrauen in die Gerechtigkeit an Ihrer Schule. Achten Sie darauf, dass in angemessenenen Umfang Funktionsstellen auch fremdbesetzt werden. Das Schmoren im eigenen Saft ist nie gut für eine dynamische Schulentwicklung. Neue Köpfe, die im Kollegtium nicht verbandelt sind, bringen oft neue Sichtweisen und spannende neue Ideen und Erfahrungen mit. Das ist es, was jedes System immer wieder auch braucht.

 

Natürlich gibt es auch immer wieder schwierige Situationen für Sie, dass Sie zum Beispiel auf einer Kegelstelle jemanden brauchen mit besonderem Arbeitsfeld, das durch die erstellte Liste so nicht abgedeckt ist. Schulen werden immer wieder überrascht von "Schnellschüssen" des Ministeriums, wie z.B. durch die mit Tempo durchgepeitschte Inklusion. Hier benötigten die Schulen schnell eine Person im System, die diese Arbeit an der Schule koordiniert und ins Kollegium trägt. Wenn man Glück hat, gibt es eine Person in der festgelegten Liste. Wenn nicht, dann würde dies einige zusätzliche Gespräche Ihrerseits mit den entsprechenden Kolleginnen und Kollegen erfordern.

Es ist so wie in der Medizin, alle noch so gute Rezepte haben auch ganz unterschiedliche Nebenwirkungen. Entscheiden Sie sich für die Medizin, die die wenigsten Nebenwirkungen hat, aber für Ihre Schule die beste "Heilung" bringt.