Haben Sie die Nachhaltigkeit von Projekten hinreichend im Blick?

Sie haben sicher auch schon die Erfahrung gemacht, dass Kolleginnen und Kollegen sich langsam aus der Arbeit verabschieden und für neue Ideen nicht mehr zugänglich sind, wenn die Schulleitung meint, ständig mit neuen Ideen und neuen Projekten das Team vor sich her treiben zu müssen. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass dann Teammitglieder schon mal aufgestöhnt haben und meinten, sie würden ganz gerne mal wieder ungestört über einen längeren Zeitraum "ganz normalen Unterricht" machen.

Sie befinden sich da immer in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite muss Schulleitung immer auch öffentlichkeitswirksame Projekte im Blick haben oder "ertragreiche" Wettbewerbe. Auf der anderen Seite darf die eigentliche Kernarbeit der Schule nicht aus dem Blick geraten. Also ist Ihr Fingerspitzengefühl gefragt.

 

Wieviele Energien wurden in Schulen verschwendet auf "Reformen" und "Projekte", die schon nach kurzer Zeit einfach wieder in der Versenkung verschwanden? Das ist einer der Gründe, warum sich Menschen aus der Bereitschaft zu (notwendigen) Veränderungen verabschieden, weil sie nicht hinreichend einbezogen und beteiligt wurden, und weil keinerlei Nachhaltigkeit erkennbar war. Wenn Sie das vermeiden möchten, dann legen Sie darauf ein besonderes Augenmerk.

Viele dieser Projekte waren von den notwendigen sächlichen Ausstattungen her von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Projekte benötigen eine gründliche Planung, die die notwendigen Rahmen und Sachbedingungen mit im Blick haben.

Gehen Sie so behutsam und wertschätzend wie möglich mit der Arbeitskraft Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um!

 

Planen Sie mit dem Lehrerrat oder einem von der Konferenz bestimmtem Gremium maximal ein oder zwei Schwerpunkte für ein Schulhalbjahr!

 

Schaffen Sie dann aber auch die nötigen Unterstützungsstrukturen, um diese Projekte und Vorhaben auch erfolgreich zu machen. Am Ende des zeitlich vereinbarten Projektes muss in aller Ruhe überprüft werden, ob das Vorhaben wirklich das gebracht hat, was man sich davon versprochen hat. Dann wird in Ruhe entschieden, ob das Vorhaben weitergeführt wird weil es für die Schule ein Gewinn ist, oder fassen Sie mit dem Gremium einen gemeinsamen Beschluss, es zu beenden.

Erst danach kann etwas Neues in Angriff genommen werden.

 

Stellen Sie für solche Vorhaben auch eine solide Planung auf für den Personalbedarf, für Materialbedarf und für anfallende Kosten. Schaffen Sie also von Seiten der Verwaltung, u.U. mit Hilfe von Sponsoren oder Eltern, die nötigen Rahmenbedingungen. Schulentwicklung gegen ein Team oder auch eine "verordnete Schulentwicklung" sind zum Scheitern verurteilt. Weniger ist oft mehr.