Ist die Innenwirkung Ihrer Schule so wie Sie es sich wünschen?

Jeder, der mit offenen Augen durch eine Schule geht, weiß sehr schnell, welche Atmosphäre in einer Schule vorherrscht, welche Arbeitsmoral, wie hoch die Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit der Schule ist, wie hoch die Wertschätzung der Schüler durch ihre Lehrer, wie intensiv die Identifikation der Hausmeister mit ihrem Arbeitsbereich ist.

Farblose kahle und beschmierte Wände, Abfälle in den Fluren, fehlende Sitzmöglichkeiten und fehlendes Licht schaffen eine Atmosphäre, die als bedrückend empfunden wird, für die es sich nicht lohnt sich zu engagieren. Eine solche Atmosphäre hat zwangsläufig Auswirkung auf das Verhalten der dort arbeitenden und lernenden Menschen. Wände werden beschmiert, Abfälle werden einfach "liegengelassen".

 

Die Flure und Aufenthaltsbereiche der Schule bieten zahllose Möglichkeiten, das Leben in Ihrer Schule zu spiegeln, bzw. Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeit und ihre Erfolge sichtbar zu machen, womit auch die Arbeit guter Lehrerinnen und Lehrer im öffentlichen Bereich sichtbar wird.

 

Nach der Sanierung meiner Schule gab es zügig eine Vereinbarung mit den Hausmeistern, dass Schmierereien an Wänden oder Objekten sofort  beseitigt wurden. Sie sollten von möglichst wenigen überhaupt gesehen werden. Das hatte eine sehr gute Wirkung. Ziel dabei war:

Bei uns achten alle darauf, dass unsere Lebensumgebung schön und angenehm ist und auch bleibt.

Dazu braucht man Stehvermögen, aber es hat schon nach sehr kurzer Zeit dazu geführt, dass so gut wie keine Schmierereien mehr auftraten. Vor der Entfernung wurde sie digital festgehalten, um evtl. herausfinden zu können, wer der oder die Verursacher waren. Konnte man die Verursacher dingfest machen, so erhielten die Eltern von der Stadt eine Rechnung über die Beseitigung des Schadens. Diese Strategie setzt allerdings voraus, dass in der Schule während des Unterrichts klar geregelt ist, dass keine Schüler unbeaufsichtigt in der Schule herumlaufen. Denn die meisten Vandalismusschäden entstehen in dieser Zeit während des laufenden Unterrichts oder beim Verlassen der Schule. Über die finanzielle Regresspflicht hinaus wurden die überführten Verursacher verpflichtet, in den unterschiedlichsten Bereichen etwas Positives für die Schule zu tun. So zum Beispiel Aufsicht in der Mensa, Tische in der Mensa nach dem Pausengong reinigen und Stühle ranstellen, Hofdienst, Wegweiser bei Schulveranstaltungen, Austragen von Schulpost an die Nachbarn der Schule etc. Wir haben immer versucht, auch in solchen Fällen darauf zu achten, die Jugendlichen zu gewinnen für die Einsicht, dass eine schöne Schule für alle eine bessere Lebensumgebung ist.

Sicher sind oft die baulichen Voraussetzungen nicht sonderlich geeignet, eine gute und lebensfrohe Atmosphäre zu erreichen, das entbindet die Schulleitung jedoch nicht, nichts unversucht zu lassen, die Lebendigkeit ihrer Schule für alle sichtbar zu machen.

 

Fast jede freie Wandfläche bietet Möglichkeiten, in großflächigen Bilderrahmen das Leben in dieser Schule zu spiegeln. Sehen Kinder und Jugendliche ihre Arbeit gewürdigt, indem sie in den Lebensräumen der Schule sichtbar werden, so hat auch das sehr positive Auswirkungen auf ihr Verhalten. Mit ihren eigenen würdigend sichtbar gemachten Leistungen gehen Kinder und Jugendliche anders um. Sie sind motivierter darauf zu achten, dass die Rahmen öfter neu bestückt werden, dass sie nicht beschädigt oder zerstört werden. Dies kommt dem sozialen Klima sehr zugute.

 

Es gibt heute Rahmensysteme, die fest auf die Wände aufgebracht werden können und bei denen ein Bilderwechsel sehr einfach über ein Klappsystem zu handhaben ist. Diese Systeme sind nicht mal teuer.

 

Schülertoiletten als interne Visitenkarte

Ein besondere Visitenkarte bildet der Zustand der Schülertoiletten. Eine Möglichkeit, zumutbare Schülertoiletten zu erhalten, bietet die Gründung einer Schülerfirma als Betreiberfirma für diese Toiletten. Mit Hilfe dieser Schülerfirma haben wir es z.B. geschafft, diese Toiletten in einem hotelähnlichen Zustand zu erhalten. Die Schülerfirma hatte die Schlüsselgewalt, sie schloss zu Beginn der Pause die Türen auf, verschloss sie wieder am Ende der Pause. Eine alte Toilette stand während der Unterrichtszeit immer offen, Schülerinnen und Schüler, die aus gesundheitlichen Gründen während des Unterrichts zur Toilette mussten, haben sich in eine Liste eintragen müssen. Jeder aufsichtsführende Schüler bekam pro Pause als Anerkennung 1 Euro aus Sponsorengeldern. Diese Maßnahme hat nicht nur die Toiletten in menschenwürdigem Zustand erhalten, alle konnten jetzt auch ohne sonst übliche Belästigungen die Toiletten nutzen. Diese Aktion hat der Stadt jährlich tausende von Euro an Kosten erspart.