Geht es bei der Arbeitsbelastung gerecht zu an Ihrer Schule?

 

Die gerechte Verteilung von Arbeit und Lasten ist eine eminent wichtige Grundlage für die Schaffung von  Arbeitsplatzzufriedenheit und einer starken Identifikation mit der Arbeit in der Schule. Wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Team das Gefühl haben, dass die Lasten  sehr ungleich verteilt sind, dann schleicht sich unterschwellig eine langsame Verabschiedung aus der Arbeit ein. Schlechte Stimmung, Gerüchteküchen  und ein erkennbar anwachsender Krankenstand sind deutliche Indizien hierfür.

 

Vereinbarungen zur Entlastung

Machen Sie selbst in ihrem Team eine Vereinbarung zur gerechten Arbeitsverteilung zum Thema einer Konferenz. Vereinbaren Sie Regeln mit dem Lehrerrat. Je transparenter dieser Prozess ist, um so weniger Futter gibt es für Gerüchteküchen, die dann häufig eine zerstörerische und demotivierende Wirkung haben.

 

Gegenstand solcher Vereinbarungen können sein:

Maximale Anzahl von Korrekturen, Anzahl der Aufsichten, Anzahl der Korrekturen und Aufsichten bei Teilzeitkräften, Teilnahme an Konferenzen für Teilzeitkräfte, Anzahl der Fächer in einer Klasse, Probleme des fachfremden Unterrichts in Notsituationen, Teilnahme an Schulveranstaltungen, maximale Zahl der "Springstunden", maximale Verweildauer an der Schule.

 

Wenn Belastungsspitzen im Team erkennbar sind ist es Ihre Aufgabe, auf die Zeit der erhöhten Belastung ausgerichtete Entlastungsstrategien anzubieten. Dabei habe ich es als unabdingbar gesehen, die rechtlichen Rahmen im Sinne der Teammitglieder so weit wie möglich zu interpretieren. Das kann reichen bis hin zu freien Tagen, an denen der Unterricht von weniger belasteten Teammitgliedern aufgefangen wird.

 

Auch die Verteilung der offiziellen "Entlastungsstunden" des Kollegiums muss unter allen Umständen transparent geschehen und von allen nachvollziehbar und überprüfbar sein. Entsteht der Eindruck, dass diese Entlastungsstunden "von Gottes Gnaden" oder über eine "Vetterleswirtschaft" erfolgen, dann wird eine vertrauensvolle Identifikation mit den Zielen der Schule auf Dauer nicht möglich sein.

Es hat sich als sehr gut erwiesen, ein Punktesystem mit klaren Regeln mit dem Kollegium zu erstellen. Wir haben dies mit dem Lehrerrat gemacht. Das Ergebnis hatte eine hohe Akzeptanz im Kollegium und somit die Basis für Gerüchte ausgeräumt und das Gefühl von Gerechtigkeit gestärkt.

Das gilt in gleichem Maße auch für die Entlastungsstunden der Schulleitung. Auch hier ist Transparenz alles! Delegiert die Schulleitung Aufgaben, so sollten zwingend auch eine entsprechende Zahl an Entlastungsstunden weitergegeben werden.

 

Leisten Mitarbeiter in besser bezahlten Beförderungsämtern entsprechend mehr?

Das war in meiner Dienstzeit ein ganz heißes Eisen. Als ich versuchte, mir zu Beginn einen Überblick über die Leistungen und Arbeitsbereiche meiner Kolleginnen und Kollegen in höher besoldeten Beförderungsämtern zu verschaffen, gab es erst einmal bei vielen einen großen Aufschrei der Empörung. Dabei sollten sie lediglich auf einem Formblatt  festhalten, was ihre Arbeitsbereiche und Aktivitäten in ihrem Beförderungsamt sind. Diese Maßnahme wurde im Lauffeuer im Kollegium bekannt und fand sehr viele positive Reaktionen auf Seiten der Kollegenschaft. Diese Maßnahme wurde im Kollegium als längst überfällig bezeichnet und führte auf zwei Ebenen zu einem sehr positiven Ergebnis. (Es sei dazu erwähnt, dass der Stellenrahmen der Schule mehr als 120 Stellen umfasste, wovon mehr als 25 höher als A12 lagen. Der größte Teil davon lag bei A14.)

Auf Seiten des Kollegiums wurde diese Maßnahme als ein ganz wichtiger Schritt in Richtung einer hohen Gerechtigkeit in Sachen Arbeitsbelastung gesehen. Für die Kolleginnen und Kollegen in Beförderungsämtern bot sich die Chance, dass (endlich) ihre Leistung öffentlich gesehen und gewürdigt wurde. Ganz nebenbei entzog man so der üblichen Gerüchteküche eine Basis. Für diejenigen, die sich bis jetzt "einen schönen Lenz" in einem Beförderungsamt gemacht hatten, setzte nach anfänglichem Widerstand ein Nachdenken über ihre Rolle ein.