Lehrerarbeitsplätze, eine ewiger Kampf...

Bei den meisten älteren Schulbauten ist lediglich ein großes Lehrerzimmer vorhanden, hin und wieder haben sich Lehrerinnen und Lehrer noch ein nicht genutztes Zimmerchen in der Schule "unter den Nagel gerissen". Neue Schulen und sanierte Schulen sind da schon erheblich besser dran. Dezentrale kleinere Lehrerzimmer, die möglichst nahe an dem unmittelbaren Einsatzbereich liegen, sind zwar der seltene, aber doch auch der Idealfall.

Wie bei allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in einer Schule ist es eigentlich selbstverständlich, dass in einem gesonderten Zimmer Computer, Drucker und Scanner zur Verfügung stehen. Ein Kopierer in diesem Bereich rundet den technischen Bedarf ab.

Bei Ganztagsschulen ist die Verweildauer von Lehrerinnen und Lehrern erheblich höher als das früher der Fall war. Oft lassen sich mehrere "Springstunden" nicht vermeiden. Schon alleine aus diesem Grund müssen Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit haben, die Arbeiten zu erledigen, die sie sonst zuhause erledigen müssen. Korrekturen, Unterrichtsvorbereitungen, Gesprächsvorbereitungen, Elterntelefonate etc. Lehrerinnen und Lehrer kommen heute in der Regel deutlich später nach Hause als das früher der Fall war. Da sie in der Regel auch noch Familie haben, wird der Spielraum für häusliches Arbeiten für die Schule deutlich geringer.

Schon unter diesem Gesichtspunkt wird die Notwendigkeit deutlich: Ein großer Teil der täglichen Lehrerarbeit muss in der Schule erfolgen. Folglich muss die Schule einen entsprechend funktionalen Arbeitsplatz anbieten.

Diese Arbeiten in einem großen und damit lauten Lehrerzimmer zu tätigen ist kaum zumutbar. In den meisten Lehrerzimmern geht es zu wie in einem Taubenschlag. Ungestörtes Arbeiten ist dort kaum möglich, oft sogar eine Zumutung. Wir haben aus diesem Grund bei der Sanierung besonderes darauf geachtet, dass pro Stufenbereich ein Besprechungszimmer mit Telefonanschluss eingerichtet wurde für Schüler- und Elterngespräche. Auch die dezentralisierten Lehrerzimmer waren mit den technischen Ausrüstungen versehen.

 

Denken Sie immer daran, ein zufriedener Lehrer ist immer auch ein besserer Lehrer. Arbeitsplatzzufriedenheit ist eine Grundzelle erfolgreicher Schulentwicklung.

 

Ein gesondertes Kapitel stellt an den meisten Schulen der Medienbereich dar. Moderne Pädagogik und Methodik kommt ohne den Einsatz von aktuellen Medien im Unterricht nicht aus.

Diesen Medienbereich als gut funktionierenden Servicebereich einzurichten, das ist für Schulleitungen ein vordringliches Arbeitsfeld. Ist man in der glücklichen Lage in seinem System eine Expertin oder einen Experten für diese Arbeit zu gewinnen, dann wird Ihnen das gesamte Kollegium dankbar sein. Ausleihbare gut bestückte Medienwagen mit Flachbildschirm, DVD-Player und Beamer, Bereitstellung von DVDs und CDs für den Unterrichts, Erstellung von Übersichtslisten der verfügbaren Medien, ein für alle transpartentes und verständliches Ausleihesystem, das sind die Rahmenbedingungen, die viele in Ihrem Kollegium motiviereren, das große und gute Angebot auch wirklich zu nutzen.

Eine Möglichkeit der Selbstversorgung für das leibliche Wohl sollte ebenfalls vorhanden sein. Ganz zu schweigen Toiletten, die in einen menschenwürdigen Zustand sind.

Was zu den transportablen Medien gesagt wurde gilt in gleichem Maße für die Nutzung von Computerräumen. Auch hier müssen Sie ganz besonders darauf achten, dass alle sich daran beteiligen, defekte Gerätschaften umgehend zu melden, Probleme aufzuzeigen und Lösungen gemeinsam zu entwickeln. Ich habe so viele Schulen gesehen mit tollen Computerräumen, in denen die Technik hinten und vorne nicht funktionierte und deshalb die meiste Zeit ungenutzt waren. Eine Schande im heutigen Medienzeitalter. Gerade im Bereich der neuen Medien haben Lehrerinnen und Lehrer einen Anspruch darauf, dass der Schulträger ihren Arbeitsplatz so ausrüstet, dass zeitgemäßer Unterricht auch tatsächlich möglich ist.

Und noch eines, wenn Sie solche Experten an Ihrer Schule haben, schätzen Sie sich glücklich und gehen Sie sehr pfleglich mit ihnen um. Eine angemessene Entlastung für diese umfangreiche und oft auch ein wenig frustrierende Arbeit ist unabdingbar. Geben Sie diesen Experten auch in Ihren Konferenz den Raum und die Zeit immer wieder über den "Sachstand" zu berichten.