Angst haben erlaubt, Augen verschließen aber nicht!

Die Arbeit in einer Schulleitung bedeutet immer auch physisch und psychisch hohe Belastungen aushalten zu können, oder sie aushalten zu lernen. Wie oft bin ich selbst in der Nacht wachgeworden und habe in Gedanken Lösungen für dringliche und sehr schwierige Probleme und Gespräche durchgespielt. Wie oft ist mir durch den Kopf gegangen, dass Vorkommnisse in der Schule zu einer massiven Gefährdung der gesamten Entwicklungsarbeit führen könnten. Jeder in dieser Funktion arbeitende Mensch muss lernen mit diesem Druck zu leben. Mir persönlich hat da eine mehrjährige Supervision mit Kolleginnen und Kollegen anderer Schulformen geholfen. Und wenn Not am Mann war, dann habe ich auch hin und wieder eine Reihe therapeutischer Sitzungen mit einer Verhaltenstherapeutin in Anspruch genommen.

 

Mein Rat? Trauen Sie sich! Nehmen Sie jede nur erdenkliche Hilfe an! Es zeugt von Stärke zu erkennen, mit seinem Latein am Ende zu sein und zu erkennen,  jetzt benötige ich professionelle Hilfe.

Sie werden mit diesen Hilfestellungen wachsen, und sie werden souveräner, entspannter und gelassener, und vor allen Dingen werden Sie Ihre Arbeit professioneller bewältigen!

Ich habe meinen Abteilungsleitungen immer auch gesagt: "Ihr habt ein Recht darauf, unbeschadet die Pension zu erreichen und diese genießen zu können!" Das wünsche ich allen, die diese schwere Aufgabe übernommen haben.

 

Angst bekommen kann man in der Leitungsfunktion aber auch im ganz normalen Schulalltag. Gestörte Kinder, die plötzlich "ausrasten", Panikreaktionen bei Alarmübungen, Konflikte zwischen Nationalitäten, die sich miteinander in kriegerischen Auseinandersetzungen befinden, Schlägereien, Mobbing, über Handy hereibgerufene "Hilfstruppen" die plötzlich vor der Schule auftauchen, rechtsradikale Gruppierungen, die ausländerfeindliche Flugblätter auf dem Schulgelände verteilen was zu gefährlichen Rudelbildungen auf Seiten der Schülerschaft führt, schwere Schulunfälle in denen sofortige Hilfe angesagt ist.

Auf alle diese Situationen müssen Sie sich mental vorbereiten. Mit dem Nachdenken über eine angemessene Reaktion können Sie nicht erst in der Stresssituation selbst beginnen, die müssen Sie in Gedanken vorher mehrfach durchgespielt haben. Nur so haben Sie eine wirkliche Chance, diese Herausforderungen angemessen und sicher zu meistern. Dazu gehört Mut und Durchsetzungswille und Durchsetzungsbereitschaft.

Ein eingübter interner Notplan mit allen notwendigen schnellen Maßnahmen sollte vorliegen. Nur so können Sie die Sicherheit an der Schule und die Unversehrtheit aller dort arbeitenden und lernenden Menschen gewährleisten.